So planst Du ein Fotoshooting für Deine neue Website – der Praxis-Guide aus Webdesign-Sicht
Eine neue Website steht an. Design, Struktur, Texte – alles durchdacht. Und dann kommt der Punkt, an dem viele Projekte unnötig schwächeln: die Bilder.
Nicht, weil keine Fotos gemacht wurden. Sondern weil sie nicht für Websites geplant wurden.
Als Webdesign-Agentur sehen wir bei Able & Baker immer wieder dasselbe Muster: Das Fotoshooting war teuer, aufwendig – und am Ende trotzdem nur eingeschränkt nutzbar. Falsche Formate, fehlende Motive, keine Emotion, keine klare Bildlogik.
Dieser Artikel ist Dein realistischer Leitfaden, damit Dir das nicht passiert. Kein Fotografen-Fachjargon, kein Marketing-Blabla – sondern klare Anforderungen aus Webdesign-, UX- und Conversion-Sicht.
Warum Website-Fotos kein „Nice to have“ sind
Bevor wir in Formate und Motive einsteigen, eine unbequeme Wahrheit:
Deine Bilder entscheiden schneller über Vertrauen als Deine Texte.
Besucher scannen zuerst: Bild, Bild, Überschrift, Bild. Erst danach wird gelesen.
Gerade bei lokalen Businesses (Agenturen, Praxen, Kanzleien, Dienstleister) sind Bilder der stärkste Vertrauensanker:
- „Die gibt es wirklich“
- „So sieht es dort aus“
- „Mit denen könnte ich arbeiten“
Stockfotos können das nicht leisten. Punkt.
Grundregel Nr. 1: Fotografiere für die Website – nicht fürs Archiv
Viele Shootings laufen nach dem Prinzip: „Machen wir einfach viele schöne Bilder, irgendwas wird schon passen.“ Das ist teuer – und strategisch falsch.
Ein Website-Fotoshooting braucht:
- klare Bildtypen
- definierte Formate
- geplante Einsatzzwecke
- eine bewusste Bildverteilung
Erst dann lohnt sich die Investition.
Welche Bilder braucht eine Website wirklich?
Eine professionelle Website lässt sich grob in folgende Bildbereiche unterteilen:
- Hero-Bilder (Startseite & Unterseiten)
- Team- & Personenfotos
- Arbeits- & Prozessbilder
- Kunden- / Interaktionsbilder
- Räumlichkeiten & Umgebung
- Leistungs- / Servicebilder
Gehen wir sie sauber durch.
Das Hero-Bild: Dein wichtigstes Bild überhaupt
Was ist ein Hero-Bild?
Das Hero-Bild ist das große Einstiegsbild ganz oben auf einer Seite. Meist auf der Startseite, zentralen Leistungsseiten oder Landingpages. Es ist das erste, was Besucher sehen – noch vor dem Scrollen.

Anforderungen an ein gutes Hero-Bild
Ein Hero-Bild muss mehr leisten als gut aussehen:
- Es transportiert Stimmung
- Es unterstützt die Positionierung
- Es lässt Platz für Text
- Es funktioniert auf Desktop und Mobile
Format & Ausrichtung
Ganz klar: Querformat.
Empfehlungen:
- Seitenverhältnis: 16:9 oder 3:2
- Auflösung: mindestens 4.000 px Breite
- Motiv mit „Luft“ (Freiflächen für Text)
Häufiger Fehler: Zu eng fotografierte Motive → Text über Gesichtern → schlechte Wirkung.
Inhaltlich gilt
Ein Hero-Bild sollte keine Produkte zeigen, sondern Menschen, Situationen, Emotion und Arbeitsumfeld – zum Beispiel Team in Aktion, Empfangssituation, Beratungsgespräch oder Behandlungsraum mit Menschen.
Querformat vs. Hochformat – die richtige Verteilung
Eine extrem wichtige, aber oft ignorierte Regel:
70 % Querformat und 30 % Hochformat.
Warum?
- Websites sind horizontal aufgebaut
- Sections, Slider, Hero-Bereiche brauchen Breite
- Hochformat eignet sich für Teamvorstellungen, Editorial-Layouts und Akzent-Bilder
Wer zu viele Hochformate liefert, zwingt Designer zu unschönen Zuschnitten, künstlichen Bildboxen und Layout-Kompromissen.
Plane das Verhältnis vor dem Shooting.
Teamfotos: Pflicht, kein Bonus
Wenn Du eine lokale Dienstleistung anbietest und kein Team zeigst, verschenkst Du Vertrauen.

Das Minimum: Ein gemeinsames Teamfoto
- Querformat
- natürliches Setting
- echte Umgebung (keine sterile Studio-Atmosphäre)
Nicht geschniegelt-werblich – sondern: „So sehen wir aus, wenn Du zu uns kommst.“
Die Kür: Einzelportraits jedes Teammitglieds
Professionell. Neutral. Freistellbar.
Anforderungen an Einzel-Teamfotos
- neutraler Hintergrund (hell oder dunkel, aber einheitlich)
- gleichmäßige Ausleuchtung
- ruhiger Bildaufbau
- genügend Abstand zum Rand
Warum? Damit man die Fotos zuschneiden, freistellen und in verschiedenen Layouts flexibel einsetzen kann.
Format & Lieferung
- hochauflösend
- PNG-Format
- keine harten Schatten
- keine übertriebenen Filter
JPEG für Web ist okay – aber bitte immer zusätzlich die Originale liefern lassen.
Emotion schlägt Perfektion
Technisch perfekte Bilder ohne Emotion sind wertlos für Conversion.
Was heißt „Emotion“ konkret?
- echtes Lächeln
- echte Interaktion
- Blickkontakt
- Bewegung
- Situationen statt Posen
Schlecht: verschränkte Arme, leere Blicke, steife Körperhaltung, „Business-Stock-Pose“.
Gut: Gesprächssituationen, Lachen, Arbeiten, Zuhören, Erklären.
Kundenbilder: Unbedingt einplanen (oder Schauspieler nutzen)
Gerade für lokale Businesses ist das entscheidend, zum Beispiel Zahnarztpraxis, Arztpraxis, Agentur, Kanzlei, Beratung oder Handwerksbetrieb.

Warum Kundenbilder so wichtig sind
Menschen wollen sehen: „So fühlt es sich an, Kunde dort zu sein.“ Das schafft Identifikation, Sicherheit und Vertrauen.
Wenn echte Kunden nicht möglich sind
Dann gilt: Schauspieler oder Models einsetzen, die Kunden darstellen.
- realistische Kleidung
- realistische Situationen
- kein Model-Look
- keine übertriebene Inszenierung
Räumlichkeiten & Umgebung: Zeig, wo Du arbeitest
Ein Pflichtteil – und oft vergessen.

Was fotografiert werden sollte:
- Außenansicht
- Eingangsbereich
- Empfang
- Wartebereich
- Behandlungs- oder Arbeitsräume
- Detailaufnahmen (Geräte, Materialien, Atmosphäre)
Das senkt Hemmschwellen, schafft Sicherheit und sorgt für Wiedererkennung beim ersten Besuch.
Pro Dienstleistung: Mindestens 5–10 Bilder
Regel: Pro Dienstleistung mindestens 5 Bilder, ideal 5–10.
Beispiele (Zahnarzt): Implantologie, Professionelle Zahnreinigung, Kieferorthopädie, Beratung, Prophylaxe.

Welche Bilder pro Dienstleistung?
- Behandlungssituation
- Vorbereitung
- Detailaufnahme
- Interaktion mit Patient
- Raum / Equipment
- Ergebnis-Situation (ohne plumpes Vorher-Nachher-Marketing)
So entstehen starke Leistungsseiten mit visueller Tiefe und glaubwürdigen Inhalten.
Technische Anforderungen – bitte ernst nehmen
Auflösung
- immer hochaufgelöst
- lieber zu groß als zu klein
- Webversionen werden später exportiert
Dateiformate
- PNG für Teamfotos, Freisteller, Key-Motive
- JPEG für Raumbilder, Stimmungsbilder, große Flächen
Farbraum & Bearbeitung
- sRGB
- natürliche Farben
- keine Instagram-Filter
- keine harten Presets
Planung ist alles: So bereitest Du das Shooting richtig vor
1. Seitenstruktur kennen
Bevor ein Foto gemacht wird, solltest Du wissen: Welche Seiten gibt es? Welche Leistungen? Welche Bereiche brauchen Bilder?
2. Shotlist erstellen
Eine einfache Liste mit: Motiv, Format (Quer/Hoch), Einsatz (Hero, Team, Leistung), Anzahl.
3. Fotograf briefen – klar und konkret
Nicht: „Mach einfach schöne Bilder.“ Sondern konkret: „Wir brauchen 3 Hero-Motive im Querformat“, „jede Dienstleistung mindestens 5 Motive“, „Teamfotos neutral, freistellbar“.
Typische Fehler – und wie Du sie vermeidest
- Zu wenig Querformate
- Keine Emotion
- Keine Menschen
- Nur Detailaufnahmen
- Keine Bilder pro Leistung
- Zu kleine Auflösung
- Nur JPEG ohne Originale
Gegenmittel: klare Planung, Website-Denke, Mensch im Mittelpunkt, Struktur vor Ästhetik.
Fazit: Gute Websites brauchen geplante Bilder – keine Zufallsfotos
Ein Website-Fotoshooting ist kein Kreativspiel, sondern ein strategischer Baustein. Wenn Du Vertrauen aufbauen, lokal überzeugen und Deine Leistungen sichtbar machen willst, brauchst Du Bilder, die für Websites gemacht sind.
Wenn Du willst, unterstützen wir Dich bei der Bildplanung, der Shotlist, der Abstimmung mit Fotografen und der optimalen Einbindung ins Webdesign – denn gutes Design beginnt nicht im Browser, sondern beim ersten Foto.